25.02.2014

Jury kürt Büro ingenhoven architects zum Sieger

Wettbewerb zur Neugestaltung des Dom Hotel Köln: Gläsernes Dach als neue Plattform

Der hochkarätig besetzte Architektenwettbewerb zur Neugestaltung der Dachlandschaft und der erdgeschossigen Fassade des Dom Hotel Köln ist entschieden. Eine unabhängige Jury kürte jetzt die Entwurfsplanung von ingenhoven architects zum Sieger. Das herausragende Konzept des Düsseldorfer Architekturbüros soll nach der Empfehlung der Jury zügig umgesetzt werden.

Über die Ziele und Vorgaben für den Wettbewerb zur Umgestaltung des denkmalgeschützten Hauses am Fuße des Kölner Doms hatten sich zuvor die Stadt Köln, die Verantwortlichen des Denkmalschutzes sowie die Lammerting Immobilien Gruppe verständigt. Die Herausforderung für die Wettbewerbsteilnehmer bestand entsprechend den Vorgaben vor allem darin, einerseits ein wirtschaftliches Konzept zu entwickeln und andererseits die Gestaltungsaufgabe so zu lösen, dass den stadtgestalterischen und denkmalpflegerischen Anforderungen Rechnung getragen wird.

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Dieser anspruchsvollen Aufgabenstellung wird der Entwurf des Büros ingenhoven architects nach dem Urteil der Jury „in hohem Maße“ gerecht. Er biete „eine sehr zurückhaltende und gleichzeitig sehr durchdachte Lösung, auch in funktionaler Hinsicht“. So lautet das nahezu einhellige Urteil der Jury (14:1 Stimmen), der unter Vorsitz des renommierten Kölner Architekten Prof. Johannes Schilling Vertreter der Unteren Denkmalbehörde, des Stadtplanungsamtes, der Ratsfraktionen, des Bauherrn, des Eigentümers sowie Fachpreisrichter und Sachverständige Berater angehörten.

Transparenter Dachaufbau

Ingenhoven architects schlagen einen durchgängig zurückgesetzten transparent verglasten Dachaufbau vor, der durch eine umlaufende leichte Dachkante von Bestand abgesetzt wird. Die Dachfläche des Gebäudes am Hof 1 wird dabei einbezogen. Während die Lösung an den Rändern so niedrig wie möglich ausgebildet ist, wird die notwendige Höhe zur Unterbringung der Technik durch eine weit zurückgesetzte zusätzliche Aufkantung sowie einen höheren Aufbau im rückwärtigen Bereich erreicht. „Insgesamt wird dadurch eine sehr feingliedrige und leichte Wirkung erzielt, die sich durch größtmögliche Zurückhaltung gegenüber den Bestandfassaden auszeichnet“, so die Jury.

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Zustimmung auch vom Denkmalschutz

Weiter heißt es in der Beurteilung des unabhängigen Gremiums: „Die horizontale Ausprägung oberhalb der bestehenden Gebäudekanten reagiert zudem auf die Zielsetzungen der fünfziger Jahre, in der Domumgebung durchgängige geradlinige Gebäudeabschlüsse zu schaffen. Der Übergang zum Blau-Gold-Haus wirkt selbstverständlich. Der wohlportionierte, zurückgestaffelte Dachaufbau als Betonung des Baudenkmals wird auch von Seiten des Denkmalschutzes gewürdigt.“

Auch in funktionaler Hinsicht seien die ergänzenden Hotelnutzungen über die gesamte Länge am Roncalliplatz sowie gegenüber dem Dom richtig und repräsentativ positioniert und im Grundriss sinnvoll gegliedert. Konferenzräume und eine Lounge bildeten eine schlüssige Erweiterung der Hotelnutzung. Nach Feststellung der Jury erfährt das Gebäude hierdurch „eine zusätzliche Qualitätssteigerung in gestalterischer und funktionaler Hinsicht“.

Für die Fassade der Kolonnade werden großformatige Glastafeln aus Weißglas vorgeschlagen, die in jedem zweiten Kolonnaden-Feld aus nur einer Glasscheibe bestehen. Im Wechsel dazu befinden sich in jedem zweiten Feld die Eingänge zu den Läden und zum Hotel. Die Rahmenprofile werden hinter die Säulen gestellt, die Glasscheiben sind in die Konstruktion von Boden und Decke eingelassen. Hierdurch entsteht eine hochtransparente und auf ein Minimum reduziert gegliederte Fassade, deren Außenwirkung allein von den Säulen der Kolonnade gegliedert wird.

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Weitere Preise

Mit dem 2. Preis beim Wettbewerb wurde das Büro Bartscher Architekten, Aachen ausgezeichnet, Platz drei belegte das Kölner Büro KSG kister scheithauer gross Architekten und Stadtplaner. Eine Belobigung für ihr Konzept erhielten 6a Architects, London. Insgesamt nahmen sechs Architekturbüros an dem Wettbewerb teil. Alle Wettbewerbsarbeiten werden ab Mittwoch, 5. März 2014 für zwei Wochen im Fassadenbereich der Kolonnade präsentiert.

Zu den weiteren Preisträgern