21.09.2007

„Positive Signale für Büro- und Gewerbeimmobilien“

Udo J. Lammerting, Vorsitzender des Beirates der LIAG Lammerting Industriebau GmbH im Gespräch mit dem Wirtschaftsportal „business-on“

Business-on: Herr Lammerting, Ihre Unternehmensgruppe hat im vergangenen Jahr ein neues Highlight in Köln „das Mercedes-Benz Center im TechnologiePark Köln“ fertig gestellt. An welchen neuen Projekten arbeiten Sie zur Zeit?

Udo J. Lammerting: Highlights wie das in internationaler Architektur errichtete Mercedes-Benz Center, das als Imageträger auch weitere Nachfrage für unseren TechnologiePark Köln generieren wird, kann man natürlich nicht jedes Jahr wiederholen.
Wichtige Projekte der letzten Zeit sind z. B. das im April eröffnete CarCenter Cologne, ein Themenhaus rund ums Auto mit der neuen zentralen Kfz-Zulassungsstelle der Stadt Köln. In Meckenheim bei Bonn stehen wir gerade vor der Übergabe des Bürokomplexes „Herkules“ an ein Konsortium aus Bundeswehr, Siemens und IBM, das ab Herbst von dort aus die nicht-militärische Informations-Kommunikationstechnik der Bundeswehr modernisieren und betreiben wird. Der zweite Bauabschnitt „Herkules“ ist in Vorbereitung ebenso wie die weitere Entwicklung des ehemaligen DRK-Areals mit Wohnbebauung.
Und in unserem TechnologiePark Köln haben wir nicht nur eine ganze Reihe neuer Firmen angesiedelt, sondern auch Service und Infrastruktur weiter ausgebaut, z.B. mit der Phorms-Schule und einer eigenen Kindertageseinrichtung. Im Oktober eröffnet als neues Angebot auch für die 6000 Park-Mitarbeiter ein Fitness-Studio.

Business-On: Sie haben große Immobilienbestände an internationale Investoren verkauft, zum Beispiel den TechnologiePark Bergisch Gladbach ...

Udo J. Lammerting: Ja, und das angesichts der Entwicklung am internationalen Finanzmarkt zum genau richtigen Zeitpunkt. Das Management des TechnologiePark Bergisch-Gladbach sowie die weitere Expansion des Standortes wird aber weiterhin unter der Regie unserer Unternehmensgruppe für den internationalen Kapitalinvestor erfolgen. Eine langfristige Exit-Strategie gehört zu unserem Konzept als Projektentwickler. Die Erlöse der Transaktionen werden wir jetzt in neue große Projektentwicklungen in Köln und der Region reinvestieren.

Business-on: Welche neuen Investitionen haben Sie denn in der Pipeline?

Udo J. Lammerting: Im November 2007 starten wir mit der Erschließung und dem ersten Bauabschnitt der AirportCity Cologne. In direkter Nachbarschaft zum dynamisch wachsenden Flughafen Köln/Bonn etablieren wir mit der AirportCity einen neuen multifunktionalen Unternehmensstandort nach dem erfolgreichen TechnologiePark-Konzept. Auf diesem neuen Campus – nur 2 km vom Flughafen Köln/Bonn - bieten wir Unternehmen in attraktiver Architektur wirtschaftliche Flächen und unser ausgereiftes Servicekonzept – und das Ganze mit optimaler verkehrlicher Anbindung per Flugzeug, Bahn und Auto.

Auch die Vorbereitungen für den Büropark „Mercedes-Allee im TechnologiePark Köln“ laufen. Auch hier haben wir bereits einen rechtskräftigen Bebauungsplan und können angesichts der wieder deutlich anziehenden Nachfrage nach hochwertigen Büroflächen möglicherweise schon in absehbarer Zeit den Startschuss für den ersten Bauabschnitt geben.

Im rechtsrheinischen Köln-Poll werden wir den TÜV BusinessPark, den wir in einer strategischen Partnerschaft mit dem TÜV Rheinland realisieren, weiter zu einem Einzelhandels- und Gewerbestandort ausbauen. Im Jahr 2008 starten wir hier mit der Sanierung der Deponie Colonia und entwickeln so weitere rd. 40.000 m² wertvolles Bauland an der BAB Abfahrt Köln-Poll, Rolshover Straße.

Zukunftsprojekte der Lammerting Immobilien Gruppe befinden sich in einmaliger Kölner Citylage, am Roncalliplatz Südseite, im rechten Winkel zu unserem „DOM-Hotel“ an der Westseite des Roncalliplatzes, auf dem Anfang des Jahres vom WDR erworbenen Grundstückkarree „Am Hof, Unter Goldschmied, Budengasse, Sporergasse“ vis à vis zum Kölner Dom mit rd. 15.000 m² Nutzfläche und das Projekt „Hansa-Arcaden“ am Hansaring/Kümpchenshof/Mediapark.

Business-on: Schon ihre Agenda ist sehr lang und sie kommt noch zu den vielen anderen Neubauten etwa im Rheinauhafen und in Deutz. hinzu. Kann der Kölner Immobilienmarkt denn diese neuen Flächenvolumina überhaupt aufnehmen?

Udo J. Lammerting: Wir entwickeln neue Flächen “hart am Markt”, d.h. wir sind sehr gut vorbereitet und „produzieren“ dann sehr schnell, wenn eine konkrete Nachfrage gegeben ist. Das Neue Technologiezentrum im TechnologiePark Köln mit einer Gesamtnutzfläche von 22.000 m² haben wir beispielsweise in nur zehn Monaten nach Mietvertragsunterzeichnung als Neubauerstbezug an die rund 800 Mitarbeiter des Bundesverwaltungsamtes übergeben. Gleiches gilt für dem Bürokomplex „Herkules“.
Die Nachfrage am Kölner Büroimmobilienmarkt, der verglichen mit anderen sog. Bürohochburgen ohnehin sehr stabil ist, hat sich in den letzten Monaten sehr positiv entwickelt. Berücksichtigt man, dass der gesamtwirtschaftliche Aufschwung immer erst mit zeitlicher Verzögerung am Büromarkt spürbar wird, dann können wir durchaus sehr optimistisch in die Zukunft blicken.

Business-on: Herr Lammerting: Sie sind mit Ihrer Unternehmensgruppe bereits seit Jahrzehnten erfolgreich in der Region aktiv. Worin unterscheiden Sie sich eigentlich von Ihren Wettbewerbern?

Udo J. Lammerting: Die LIG ist eine mittelständische Unternehmensgruppe, deren Firmenanteile zu 100 % bei der Familie Lammerting liegen, die gleichzeitig aber mit modernem Management sowie schlanken Strukturen ausgestattet ist und die sich primär in der Region engagiert. Dies verleiht uns neben den Marktkenntnissen in der Region hohe Flexibilität, ermöglicht kurze Entscheidungswege und Reaktionszeiten und damit eine „hohe Schlagkraft“. Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden – im Unterschied zu den meisten anderen Marktteilnehmern – nahezu die komplette immobilienwirtschaftliche Dienstleistungspalette: Projektentwicklung, Immobilienvertrieb, bundesweite Vermittlung von Immobilieninvestments und ein ganzheitliches Facility-Management mit einer betreuten Nutzfläche von 485.000 Quadratmetern.